23/07/2024

Medizinisches Cannabis für eine Therapie

Frau und Mann halten eine Canabiszigarette in die Kamera

Bei Cannabis ist zwischen einer medizinischen Fach- und einer rezeptfreien Selbsttherapie zu unterscheiden. Medizinisches Cannabis ist nur unter Aufsicht eines behandelnden Arztes oder einer Ärztin einzunehmen. Rezeptfreie Cannabis-Produkte dürfen eigenständig dosiert und konsumiert werden. Es ist auf die Packungsbeilagen zu achten, da ein Überkonsum nachhaltige Schäden verursachen kann.


Zulässig seit 2017

In Deutschland ist medizinisches Cannabis verschreibungspflichtig und seit 2017 offiziell zugelassen. Patienten, die unter einer schweren Krankheit wie Krebs, Parkinson, Demenz oder Epilepsie leiden und sich in einer Therapie befinden, erhalten bei medizinischer Notwendigkeit Cannabis-Medikamente verschrieben. Die Arzneimittel sind legal in der Apotheke gegen Vorlage eines Rezepts erhältlich. Die CBD- und THC-haltigen Medikamente dienen zum Eigenbedarf, der Handel oder die Zweckentfremdung wird strafrechtlich verfolgt.

So wirkt Cannabis im Körper

Die Cannabis-Therapie dient nicht als Genuss einer „Droge“, sondern als unterstützendes Mittel zur Behandlung verschiedener Krankheiten. Die Wirkung hängt von der Einnahme weiterer Präparate und dem bisherigen Behandlungsverlauf ab. Wichtige Einflüsse ergeben sich aus dem körperlichen Zustand des Konsumenten sowie aus äußeren Impulsen, die die Psyche beeinträchtigen.

Die abschließende Wirkung ist bis heute ungeklärt. Die Angaben basieren auf bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und lassen sich teils nicht erklären.

Hanf in einem Glas.

Wirkstoffe von Cannabis verbinden sich mit den Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems.
Der Rezeptor CB1 befindet sich im Gehirn und ist dem Areal Gedächtnis zugeordnet. Zu finden ist der Rezeptor auch im Bereich, welcher für die Emotion und Motivation zuständig ist. Der Wirkstoff THC zielt auf diesen Rezeptor ab, um die Areale zu beeinflussen. Der Rezeptor CB2 befindet sich im ganzen Körper und reguliert die Funktionen der Organe sowie das Muskelsystem.

Die Einnahme von Cannabis während der Therapie wirkt sich vielfältig im Gehirn und Körper aus. Während CBD eine schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben wird, wirkt THC im Gehirn und sorgt für eine Verlangsamung der Wahrnehmung. Dies soll aber aus medizinischer Fachsicht keine Probleme für die Druchführung einer Cannabis Therapie sein. Im Gegenteil soll es sogar schmerzlindern wirken.

Cannabis lindert Beschwerden

Während einer Chemotherapie leiden viele Menschen unter extremer Übelkeit bis zum schlagartigen Erbrechen. Cannabis senkt diese Beschwerden und beruhigt den Magen, wodurch dieser weniger Säure produziert.

Wissenschaftlich belegt ist, dass Cannabis bei neuropathischen Pathologien schmerzlindernd wirkt. Bei den meisten Probanden sank der Schmerzpegel um mindestens 50 Prozent, was eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu verabreichten Placebo darstellt.

ADHS ist seit wenigen Jahren deutlich stärker im Fokus und damit auch im Kontext mit der Wirksamkeit von CBD und THC. Nach dem aktuellen Stand – nach Testung von 30 Probanden – stellten Forscher fest, dass nach der Einnahme von THC die Impulsivität und Aggressivität der an ADHS Erkrankten stark zurückging. Weitere Untersuchungen laufen, weil mehr Menschen an ADHS erkranken. Nach Schätzungen sind rund 50 Prozent aller Diagnosen als Fehldiagnosen einzuordnen.

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