Dezember 10, 2022

Olivenöl nativ extra aus Italien – alles zum besten Öl der Welt

Olivenöl

Olivenöl nativ extra aus Italien zählt zu den teuersten Ölen überhaupt. Doch was macht es so besonders? Um die Frage zu beantworten, bedarf ein einen kleinen Einblick in die lokale Produktion und den internationalen Olivenölmarkt.

Italiensiches Olivenöl gilt als bestes der Welt – aber Vorsicht

Italienisches Olivenöl der Qualitätsstufe „nativ extra“ gilt gemeinhin als das beste Olivenöl der Welt. Qualitativ ist es daher die Spitze am Olivenölmarkt. Das ist mittlerweile Allgemeinwissen. Zudem sind Verbraucher seit Jahrzehnten mit Werbung darauf sensibilisiert worden, italienisches Olivenöl mit Qualität gleichzusetzen. Kauft sich etwa ein Deutscher ein gutes Olivenöl, so muss es ein italienisches sein.

Die Besitzer der großen Olivenölmarken wie Bertolli, Olio Sasso, Dante, Clemente und mehr wissen das natürlich und nutzen es gekonnt, um Umsatz zu machen. Zwar ist und bleibt der Markenname italienisch, der Inhalt und teils der Besitzer ist es aber nicht. Bertolli etwa gehört einem der größten spanischen Olivenölproduzenten.

Damit wurde über die letzten Jahrzehnte großes Schindluder betrieben und ein Skandal zu italienischem Olivenöl folge dem anderen.

Seit einiger Zeit ist allerdings aus Verbraucherschutzgründen die Herkunftsbezeichnung bei Olivenöl in der EU Pflicht. Olivenöle, die nicht aus Italien stammen, aber als „Olio extravergine di oliva“ verkauft und abgefüllt werden, müssen demnach das Herkunftsland im Etikett ausweisen.

So soll der Verbraucher transparent erkennen, was er kauft – unabhängig, was die Marke suggerieren will.

Verbraucher sollten daher auf Formulierungen wie „Prodotto italiano“ oder „100% Italiano“ achten.

Olivenbaum

Ein gutes italienisches Olivenöl zu finden ist allerdings komplexer

Ein gutes italienisches Olivenöl nativ extra findet sich allerdings nicht im Supermarkt. Und insbesondere bei Olivenöl – wie bei kaum einem anderen Lebensmittel – sind die Qualitätsunterschiede extrem.

Olivenöl ist nur dann wertvoll, wenn es kaltgepresst ist.

Nur Olivenöl der höchsten Güteklasse „nativ extra“ ist von Wert. Alle anderen Öle aus Oliven sind qualitativ zumindest minderwertige Speiseöle. Das klingt hart, denn bei weitem sind nicht alle Olivenöle auch wirklich kaltgepresst oder der Kategorie „nativ extra“ zugeordnet.

Und trotzdem gibt es in der Güteklasse „nativ extra“ selbst auch extrem viel Spielraum bei der Qualität.

Woran erkenne ich ein gutes Olivenöl?

Ein gutes italienisches Olivenöl zeichnet sich aus durch:

  • frische und „grüne“ Aromen von frisch geschnittenem Gras, grünen Oliven, Kräutern und evtl. Mandeln
  • es kratzt im Abgang und ist evtl. leicht bitter, wenn es pur verkostet wird
  • es schmiert nicht am Gaumen, sondern putzt sich selbst weg
  • die Farbe ist gelbgrün bis schimmernd grün (wenn es frisch ist), es ist klar – da filtriert
  • Das Erntejahr steht am Etikett

Da nun die Grundlagen geklärt sind, erklären wir was nun genau an einem italienischen Olivenöl so besonders ist.

Oliven

Italienische Olivenbauern

Italienische Olivenbauern bewirtschaften im Durchschnitt nur etwa 2 Hektar Olivenhain. Das ist enorm wenig im internationalen Vergleich. Dafür aber ist entsprechend die Qualität höher. Außerdem gibt es Tausende von Olivenbauern in Italien, die traditionsbewusst und leidenschaftlich arbeiten.
Außerdem stehen die Olivenhaine im Hügelland und teils in unwegsamem Gelände. Salopp gesagt: wo kein Weinbau rentabel ist, stehen Olivenbäume. Das zwingt die Bauern regelrecht dazu von Hand zu arbeiten. Und wird die Oliven schonend mit manuellen Methoden geerntet, bleibt sie unverletzt und oxidiert nicht. Ein großer Vorteil für die Qualität!

Ölmühlen in Italien

Dasselbe gilt für Ölmühlen. Die Vielfalt ist auch hier enorm. Generell schließen sich Olivenbauern zusammen und betreiben eine Ölmühle oder lassen ihr Öl von spezialisierten Ölmühlen herstellen. Der Betrieb einer Ölmühle ist kostenaufwändig und kompliziert. Wenn man ein wirklich gutes Olivenöl herstellen möchte, so muss das hochprofessionell und mit modernster Technik geschehen. Das bewerkstelligt man, indem Genossenschaften gegründet wurden und jeder sich auf das konzentriert, was er kann und möchte.

Die Vielfalt der Olivensorten

In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Olivensorten wie in Italien. Manche sprechen von über 500 andere wiederum von über 800. Diese Diversität schenkt dem italienischen Olivenöl seinen Facettenreichtum. Jede Olivensorte macht ein anderes Öl.
Einige der bekanntesten italienischen Olivensorten sind Frantoio, Coratina, Taggiasca, Leccino und Nocellara del Belice.

Zur Geschichte des Olivenbaus und der Ölgewinnung in Italien

Schon vor der Römerzeit galt kaltgepresstes Olivenöl als gesundheitsfördernd und sehr wertvoll. Etrusker und antike Römer wussten, dass Olivenöl nativ extra kühl und dunkel gelagert werden muss. Sie lagerten es in schön verzierten und handbemalten Tonkrügen und Terracotta-Vasen. Ein Indiz, dass es ein sehr geschätztes und wertvolles Gut war.

Insbesondere in der süditalienischen Region Apulien ist dieser Brauch auch heute noch lebendig. Schön bemalte Keramikflaschen sind heute beliebter denn je. Leckeres kaltgepresstes Olivenöl in bemalten Tonkrügen ist ein Kulturgut Süditaliens geworden.
Übrigens ist auch Apulien die Region, die für bestes Olivenöl aus Italien bekannt ist.

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